Staatlich geförderte Altersversorgung

Altersvorsorge ist Rente - mit diesem Leitmotiv fördert der Staat jene Vorsorge, die auf Sicherheit im Alter ausgerichtet ist: Vorsorge soll im Alter zu lebenslangem Einkommen führen!

Sicherheit im Alter – das wünscht sich jeder. Doch der Staat kann diese Sicherheit allein nicht mehr garantieren. Das in den nächsten Jahrzehnten immer problematischere Verhältnis zwischen jungen Menschen, die Beiträge zahlen, und alten Menschen, die Renten beziehen, zwingt heute schon zum Handeln.

Die gesetzliche Rentenversicherung ( GRV ) ist für den Großteil der Bevölkerung die Basis der Versorgung im Alter; gut 50 Millionen Versicherte besitzen dort derzeit ein Rentenkonto. Hinzu kommen noch einmal knapp 20 Millionen Rentner. Für sie brachte das jüngste Reformpaket eine Reihe von Änderungen, die – zusammen mit der Steuerreform – zu deutlichen Leistungseinschränkungen führen.

Gemessen am so genannten "Netto-Rentenniveau" für Neurentner wird die Versorgung eines Standardrentners aus der gesetzlichen Rentenversicherung von heute etwa 67 % auf langfristig unter 50 % sinken. Das heißt, der so genannte Standardrentner wird in seinem ersten Rentenjahr nur über rund die Hälfte seinen letzten Nettoeinkommens verfügen können – wenn er nur die gesetzliche Rente als Einkommensquelle im Alter hat:

Der Standardrentner ist ein "gedachter" Versicherter, der insgesamt 45 Versicherungsjahre auf seinem Rentenkonto verbuchen wird, seine Beiträge in die GRV immer auf Basis des Durchschnitteinkommens entrichtet und mit 65 Jahren in den Ruhestand tritt.

Die gesetzliche Rente allein kann eine Sicherung des Lebensstandards nicht mehr leisten. Noch deutlicher wird dies, wenn man sich bewusst macht, dass es den Standardrentner mit 45 Beitragsjahren kaum mehr gibt.

Die gesetzliche Rente, aber auch Beamtenpensionen, werden zurückgeführt – damit sie auch in Zukunft finanziert werden können. Dafür werden private und betriebliche Renten ausgebaut – damit die Versorgung im Alter ausreicht.

Denn anders als die gesetzliche Rente können private und betriebliche Renteneinkommen durch kapitalgedeckte Vorsorge langfristig aufgebaut und vorfinanziert werden.

Der Umbau der Alterssicherung ist eine Großaufgabe, die nicht in einem Schritt gelingen kann; die Rentenreformen der vergangenen Jahre haben dies gezeigt. Aber der Umbau kommt voran. Mit dem jüngsten Reformpaket hat der Gesetzgeber einen Meilenstein in der Alterssicherungspolitik gesetzt: Er hat nochmals in die GRV eingegriffen und mit dem Alterseinkünftegesetz vor allem die Besteuerung der Alterseinkommen neu geregelt. Und obendrein den Rahmen für die Eigenvorsorge, sei sie betrieblich oder privat, attraktiver gestaltet.

Steuerreform und Rentenreform greifen ineinander und wirken zusammen. Mit dem Leitmotiv "Altersvorsorge ist Rente" fördert der Staat besonders jene Vorsorge, die eindeutig auf das Ziel der Sicherheit im Alter ausgerichtet ist und so die gesetzliche Rente entlasten hilft. Das heißt: Geförderte Vorsorge muss im Alter zu lebenslangem Einkommen führen, um auf diese Weise ein zusätzliches Standbein für die Versorgung zu schaffen.

Umgekehrt erhalten die Menschen finanzielle Freiräume für die eigene Vorsorge, weil die Beiträge zur Altersvorsorge zunehmend von der Steuer freigestellt werden.

Für den Einzelnen bedeutet dies: mehr Eigenverantwortung für die individuelle Lebensplanung wahrzunehmen, aber auch mehr Möglichkeiten, die Altersvorsorge nach eigenen Wünschen zu gestalten. Diese Freiräume soll und muss jeder für sich nutzen!

Diese Seiten sollen Ihnen helfen, einen Überblick über die neue Welt der Altersvorsorge zu gewinnen und die Förderung durch den Staat verständlich zu machen. Die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit zum Handeln soll erkennbar werden. Was diese Seiten allerdings nicht ersetzen können, ist die individuelle Beratung, die dann zur Wahl des richtigen Produkts führt.

Denn mehr als je zuvor hängt die "richtige" Altersvorsorge von der individuellen Situation jedes Einzelnen ab.

Unbedingt berücksichtigt werden sollten auch die veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen! Die zukünftigen Rentner werden einen wesentlich höheren Anteil am gesamten Steueraufkommen haben als heute. Dieser Umstand wird leider von den meisten Menschen nicht wahrgenommen.

Die Aussage "… als Rentner zahle ich keine Steuern" erinnert fatal an Norbert Blüms
"… die Rente ist sicher!".

 

Die Basisrente

Die Riesterrente

Die Basisrente

Mit dem zum 1.1.2005 in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetz wurde auch die staatlich geförderte Basisrente eingeführt. Vom Gesetzgeber gedacht als Ergänzung der gesetzlichen Rente für Selbständige ist die Basisrente auch interessant für Freiberufler mit Beitragszahlung in ein Versorgungswerk und für Angestellte mit einem Jahreseinkommen über 19.175 Euro.

Bei der privaten Basisrente handelt es sich um eine Leibrentenversicherung, die bei einem Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann.

Die Basisrente muss verschiedene, gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Vertrag muss eine lebenslange monatliche Leibrente frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres vorsehen.
  • Die Ansprüche aus einer Basisrente sind grundsätzlich nicht vererbbar. Allerdings kann eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder für Kinder vereinbart werden.
  • Die Ansprüche aus einer Basisrente dürfen ebenso wie gesetzliche Rentenansprüche nicht übertragen, beliehen, veräußert oder kapitalisiert werden.

Möglich ist die Vereinbarung von variablen Beitragszahlungen, etwa monatlich, jährlich oder auch einmalig.

Die Basisrente wird steuerlich gefördert. Gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung können die Beiträge zur privaten Basisrente im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen schrittweise – bis zu maximal 20.000 Euro im Jahr bei Ledigen – als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Bei Ehegatten verdoppelt sich dieser Betrag auf maximal 40.000 Euro.

Für die Jahre 2005 bis 2025 gilt eine Übergangsregelung. Im Jahr 2006 können zunächst nur 62 % der geleisteten Altersvorsorgebeiträge ( 12.400 Euro bzw. 24.800 Euro bei Verheirateten ) zur Basisrente sowie zur gesetzlichen Rentenversicherung ( Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag ) steuerlich geltend gemacht werden. In den nachfolgenden Jahren steigt der Anteil jährlich um zwei Prozentpunkte, so dass im Jahr 2025 100 % der Beiträge ( maximal 20.000/40.000 Euro ) zu berücksichtigen sind.

Zu beachten ist allerdings, dass der als Sonderausgaben abziehbare Beitrag um den steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung zu kürzen ist.

Leistungen aus der Basisrente sind – wie jene der gesetzlichen Rentenversicherung – künftig grundsätzlich voll steuerpflichtig. Sie werden nachgelagert besteuert. Dabei wird nicht untersucht, ob die Leistungen ggf. auf steuerfreien oder auf versteuerten Beiträgen beruhen. Die volle Besteuerung der Leistungen greift allerdings erst ab dem Jahr 2040. Bei Renteneintritt im Jahr 2006 beträgt der steuerpflichtige Anteil der Rente 52 % des ausgezahlten Betrages. Der steuerpflichtige Anteil der Rente wird jährlich für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang bis zum Jahr 2020 um zwei Prozentpunkte erhöht ( z. B. Renteneintritt 2007: 54 Prozent steuerpflichtiger Anteil ), danach um einen Prozentpunkt. Die Differenz zwischen der Jahresrente und dem der Besteuerung unterliegenden Anteil dieser Rente ist der steuerfreie Betrag, der für jeden Rentnerjahrgang auf Dauer festgeschrieben wird.

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Die Riester-Rente

Mit dem "Gesetz zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung ( GRV ) und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvermögens ( AVmG )" vom 26.6.2001 wurden zunächst die Leistungen der GRV gekürzt ( weniger Rente! ), gleichzeitig mit dem § 10 a EStG ein zusätzlicher Sonderausgabenabzug und mit den §§ 79 ff EStG eine Zulage für private Altersvorsorgebeträge eingeführt – die Riesterrente war geboren!

Mit dem Alterseinkünftegesetz ( AltEinkG ) zum 1.1.2006 wurde die Riesterrente nachgebessert und ist seither eine lukrative Sparform zur Altersvorsorge.

Wie funktioniert die Riesterrente?
Die förderfähige Sparleistung beträgt 4 % des Bruttoeinkommens und ist ( leider ) auf 2.100 Euro jährlich begrenzt. Die Grundzulage von 154 Euro mindert den eigenen Aufwand, ebenso die Kinderzulage von 185 Euro / je Kind ( 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder ). Die eigene Sparleistung ist zudem steuerlich absetzbar. Die Zulagen werden dem Riestervertrag jährlich gutgeschrieben, der zusätzliche Steuervorteil vom Finanzamt ausgezahlt.

Leistung im Alter
Die Riesterrente leistet eine lebenslange Rente, die nach § 22 EStG zu versteuern ist. Zum Rentenbeginn kann eine einmalige Kapitalzahlung in Höhe von 30 % des Guthabens entnommen werden, die Rentenzahlung erfolgt dann aus dem Restguthaben. Abweichend von den Leistungen der betrieblichen Altersversorgung sind keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu bezahlen.

Leistung im Todesfall
Das vorhandene Guthaben kann ohne Kürzung auf den Riestervertrag des Ehepartners übertragen werden. Sonstige Erben zahlen nur die gewährten staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurück, die eigene Sparleistung und die Erträge sind uneingeschränkt vererbbar!

Fazit
Die Riesterrente ist für alle Berechtigten äußerst attraktiv. Familien mit Kindern profitieren von den hohen Zulagen, "Besserverdiener" vom hohen Steuervorteil.

Die staatliche Förderung beträgt häufig 50 % und mehr der gesamten Sparleistung.

Und durch die wählbare, 30 %-ige Kapitalabfindung zum Rentenbeginn erhalten viele Sparer bereits ihre eigene Sparleistung in voller Höhe zurück - die Riesterrente gibt es dann "obendrauf" – ein Leben lang.

Nutzen Sie die hohe staatliche Förderung zur Verbesserung Ihrer Altersversorgung – verschenken Sie kein Geld!

Wir beraten Sie gerne ausführlich.

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