Betriebliche Altersversorgung

Die zusätzliche Rente über den Arbeitgeber ist gefragt. Die Emnid-Studie einer großen deutschen Lebensversicherung ergab, dass fast 60 % der Arbeitnehmer eine Altersversorgung über den Betrieb einer vergleichbaren Gehaltserhöhung vorziehen. Fast 70 % legen beim Stellenwechsel Wert auf eine betriebliche Altersversorgung.

Für Arbeitgeber ist die betriebliche Altersversorgung deshalb von großer Bedeutung. Sie hilft nicht nur Kosten zu reduzieren, sondern auch, um gute Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Dem Arbeitnehmer bietet die bAV handfeste Steuervorteile.

Die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung können entweder durch den Arbeitgeber oder im Rahmen einer Gehaltsumwandlung durch den Arbeitnehmer finanziert werden.

Mit dem Altersvermögensgesetz (01.01.2002) und dem Alterseinkünftegesetz (01.01.2005) wurden auch die Bestimmungen zur betrieblichen Altersversorgung reformiert bzw. grundlegend neu geregelt.

Besonders bedeutsam ist, dass Arbeitnehmer seit dem 01.01.2002 einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersversorgung haben und dass seit dem 01.01.2005 steuerfreie Kapitalauszahlungen nicht mehr möglich sind.

Welche Form der betrieblichen Altersversorgung die beste ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Zu vielfältig sind die Gestaltungsmöglichkeiten.

Egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer - lassen Sie sich beraten. Es lohnt sich für Sie.

Die unterschiedlichen Durchführungswege der bAV möchten wir Ihnen in den Grundzügen vorstellen. Die Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und konzentrieren sich auf Kernaussagen.

Direktversicherung nach § 40 b EStG (Altzusage)

Direktversicherung (Neuzusage) und Pensionskasse

Pensionsfonds

Pensionszusage

Unterstützungskasse

Zusammenfassung 2017 (PDF)

Direktversicherung nach § 40 b EStG (Altzusage)

Dieser Durchführungsweg war bis zum 31.12.2004 möglich und weit verbreitet, waren doch steuerfreie Kapitalauszahlungen zu Altersrentenbeginn möglich.

Die Beitragszahlung ist auf jährlich 1.752 €uro bzw. 2.147 €uro begrenzt und wird pauschal (20 %) besteuert. Arbeitgeberfinanzierte Beiträge sind sozialversicherungsfrei, bei einer Gehaltsumwandlung sind Besonderheiten zu beachten (Sonderzahlungen).

Die Auszahlung der Kapitalleistung nach dem 60. Lebensjahr bleibt unverändert steuerfrei. Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen müssen von der Kapitalauszahlung Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen entrichten.

Für den Todesfall kann ein individuelles Bezugsrecht vereinbart werden.

Vor dem 31.12.2004 abgeschlossene Verträge können unverändert beibehalten werden, auch bei einem Arbeitgeberwechsel.

zur Übersicht

 

Direktversicherung (Neuzusage) und Pensionskasse

Die Direktversicherung und die Pensionskasse haben seit dem 01.01.2005 dieselbe rechtliche Grundlage.

Die Beitragszahlung ist auf 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung begrenzt, in 2006 sind das monatlich 210 €uro. Durch die Koppelung an die Bemessungsgrenze ist eine jährliche Anpassung der laufenden Beitragszahlung möglich.

Besteht keine Direktversicherung nach § 40 b (Altzusage) können monatlich weitere 150 €uro entrichtet werden.

Die Beitragszahlung ist bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialversicherungsfrei, die weiter möglichen 150 €uro bleiben steuerfrei, sind aber sozialversicherungspflichtig.

Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Beitragszahlung arbeitgeberfinanziert oder im Rahmen einer Gehaltsumwandlung erfolgt.

Die Versicherungsleistung erfolgt im Erlebensfall frühestens ab dem 60. Lebensjahr in Form einer lebenslangen, dann steuerpflichtigen Altersrente. Eine voll steuerpflichtige Kapitalabfindung ist zulässig. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen zusätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Für den Todesfall ist das Bezugsrecht gesetzlich geregelt. Bei „Nichtverheirateten“ kann ein in häuslicher Gemeinschaft lebender Partner namentlich benannt werden.

zur Übersicht

 

Pensionsfonds

Neu eingeführt wurden zum 01.01.2002 Pensionsfonds als rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung für eine kapitalgedeckte Altersversorgung. Im Wesentlichen gelten die gleichen Bestimmungen wie bei der Direktversicherung (Neuzusage) und der Pensionskasse. Auch die steuerliche Behandlung ist gleich.

Der Gesetzgeber hat aber dem Pensionsfonds im Rahmen des § 3 Nr. 66 EStG eine einzigartige Stellung gegeben. Pensionsfonds sind damit in der Lage, bestehende Pensionsverpflichtungen aus den Durchführungswegen unmittelbare Pensionszusage und Unterstützungskasse zu übernehmen.

zur Übersicht

 

Pensionszusage

Die Pensionszusage ist insbesondere für Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH eine interessante Form der Altersversorgung.

Das Unternehmen garantiert dem "Arbeitnehmer" eine Alters- und Hinterbliebenenversorgung. Für diese Verpflichtungen sind in der Bilanz Rückstellungen zu bilden, welche zu einer Gewinnminderung führen. Durch den Steuervorteil ergeben sich für die Firma Liquiditätsvorteile. Für die "Finanzierung" der eingegangenen Rentenverpflichtung gibt es keine Anlagevorschriften und keine gesetzliche Aufsicht. War die Lebensversicherung bisher die meist gewählte Form der Finanzierung einer Pensionszusage, so bietet die Unternehmenssteuerreform neue Ansatzpunkte.

Wegen der Bilanzberührung ist die Pensionszusage meist auf die Geschäftsführer und leitende Angestellte beschränkt.

zur Übersicht

 

Unterstützungskasse

Betriebliche Altersversorgung ist auch über eine Unterstützungskasse (U-Kasse) möglich, die zunehmend als Gruppenunterstützungskasse für mehrere Unternehmen von der Lebensversicherungswirtschaft angeboten wird. Die U-Kasse ist aus dem Unternehmen ausgegliedert und damit bilanzneutral.
Die U-Kasse selbst gewährt keinen Rechtsanspruch auf Leistungen. Faktisch haften dafür die Trägerunternehmen, die Arbeitgeber. Durch eine wertgleiche Lebensversicherung, die von der U-Kasse abgeschlossen wird, ist jedoch eine Inanspruchnahme der Arbeitgeber praktisch ausgeschlossen.

Die Aufwendungen des Arbeitgebers sind Betriebsausgaben, unterliegen nicht der Sozialversicherungspflicht und stellen für die Arbeitnehmer keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

Darin liegt der Reiz der U-Kasse.

Die Versteuerung erfolgt nachgelagert im Rentenalter. Vor dem Hintergrund steigender Alterseinkünfte wird dieser Umstand viel zu wenig beachtet.

Die U-Kassenleistung erfolgt meist durch eine Kapitalzahlung. Da jetzt nicht nur die Aufwendungen sondern auch alle angefallenen Erträge zu versteuern sind, entsteht insbesondere bei lang laufenden und hohen Zusagen eine erhebliche Steuerpflicht.

Gehaltsumwandlung ist zulässig, die Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge endet aber 2008.

zur Übersicht

Harald Friess Versicherungsbüro & Kapitalanlagen GmbH & Co. KG · Rintheimer Straße 48 · 76131 Karlsruhe
Telefon 0721 - 61 10 79 · Telefax 0721 - 62 15 18 · E-Mail info@verskap.de · www.verskap.de